JihadZum gegenwärtigen Zeitpunkt beanspruchen zwei Gruppen die Führung im globalen Jihad. Es sind dies der Islamische Staat (IS) und Al-Kaida. Obwohl beide die gleichen religiösen Wurzeln haben, konkurrenzieren sie miteinander. Beide sind aus der Lehre des Religionsführers Muhammad ibn Abd al-Wahhãb aus dem 18. Jahrhundert (1702/3-1792) hervorgegangen. Beide vertreten damit die reine Lehre des Salafismus, wie sie auch in Saudi-Arabien als Staatsreligion gilt. Der Koran und die Hadithe, und damit die Scharia, bilden die Richtlinien für Politik und Gesellschaft. Die beiden Gruppen unterscheiden sich vor allem im postulierten Zeitpunkt der Errichtung eines Kalifats als Zentrum der islamischen Welt. Während der IS das Kalifat bereits nach der Eroberung von Gebieten in Syrien und im Irak gebildet hatte, soll gemäss der Führung von Al-Kaida, die heute der Ägypter Aiman az-Zawahiri für sich beansprucht, das Kalifat erst nach der Konsolidierung der islamischen Herrschaft über die Welt gegründet werden.

Sowohl der IS wie auch Al-Kaida haben in den letzten zehn Jahren globale Netzwerke mit Ablegern und Zellen gebildet. Ausgehend von den Kerngebieten in Syrien und im Irak hat der IS sein Netzwerk als konzentrische Ringe über Nordafrika, Europa, Asien und die Welt organisiert. Al-Kaida dagegen hat Jihadisten-Gruppen, die für den gemeinsamen Kampf bereit waren, in ihr Netzwerk integriert. Dank diesen Netzwerken können sowohl der Islamische Staat wie auch Al-Kaida einen globalen Jihad führen.

Der Islamische Staat verteidigt in Syrien und Irak, die ihm verbliebenen Gebiete vor allem mittels des Guerillakrieges. Dank der durch Frau Bundeskanzlerin Merkel ausgelösten Völkerwanderung aus Asien und Afrika hat der IS seine Jihadisten in das säkulare Europa einschleusen können.[1] Nun stehen diese Kämpfer als Mittel zur Destabilisierung Europas für Anschläge verschiedener Art immer wieder zur Verfügung. Dazu gehört der Einsatz selbsthergestellter Bomben, das Fahren von Lastwagen in Menschenmengen und bewaffnete Überfälle. Al-Kaida dagegen führt ihre Anschläge und Überfälle vor allem in Nordafrika, Syrien, Pakistan und Indonesien durch.

Mit seinen Anschlägen verfolgt der Islamische Staat mit seinen Jihadisten einen kompromisslosen Religionskrieg gegen die säkularen Gesellschaften Europas. Gegenüber diesem Religionskrieg haben die Europäer bis anhin keine wirksame Abwehr gefunden. Während der Islamische Staat strategisch handelt, taumeln die verweichlichten Europäer von einer unbrauchbaren Taktik zur andern. Nach wie vor versuchen die Europäer sich vor diesem Jihad mit ihren Rechtssystemen zu schützen. Diese sind aber für diesen Krieg untauglich. Die Europäer stehen dem Ruf «Allah-uh-Akbar» hilflos gegenüber.

[1] Cafarella, J., with J. Zhou, ISIS’ Expanding Campaign in Europe. ISW, Institute for the Study of War, Washington D.C., September 2017.

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