Bamyan der Hauptort der Hazarah
Bamyan der Hauptort der Hazara

[1]Gemäss inoffiziellen Berichten soll in Syrien eine gesamte Division afghanischer Söldner unter iranischer Führung im Einsatz sein. Bei diesen Söldnern soll es sich um Jugendliche handeln, die der afghanischen Minderheit der Hazara angehören. Die Hazara bekennen sich im Gegensatz zur Mehrheit der Afghanen, die sunnitischen Glaubens sind, zur Zwölfer-Schia. Die Zwölfer-Schia ist auch die Staatsreligion im Iran.

Während der Herrschaft der Taliban in Afghanistan von 1995 bis 2001 wurde das Siedlungsgebiet der Hazara mit dem Hauptort Bamyan durch die Taliban überrannt und besetzt. Als Demonstration ihrer Macht haben die Taliban 2001 die beiden Buddha-Statuen in Bamyan, die aus dem 5. Jahrhundert stammten, gesprengt. Von diesen beiden Monumenten sind nur noch leere Höhlen übriggeblieben. Die Hazara sind als Schiiten im sunnitischen Afghanistan immer noch Ziele von Anschlägen durch die Taliban und neuerdings auch durch den Islamischen Staat. Am 25. August 2017 fand wieder ein Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kabul statt.

Entgegen den Behauptung von afghanischen Migranten in der Schweiz ist die Rekrutierung vieler dieser Hazara-Söldner aber nicht in Afghanistan erfolgt, sondern unter den schiitischen Familien im Iran. Diese Familien sind bereits zur Zeit des Krieges der 40. Armee der Sowjetunion, der von 1979-89 dauerte, in den Iran geflohen. Jungen Afghanen und Hazara wird im Iran offenbar mit der Ausweisung gedroht, sollten sie sich für den Krieg in Syrien nicht rekrutieren lassen. Zudem verspricht der Iran für den militärischen Einsatz in Syrien den Familien für den Todesfall der Rekruten das Bleiberecht und finanzielle Anreize. Aufgrund dieser Versprechungen war bis anhin auch die Rekrutierung und der Einsatz der Söldner sehr erfolgreich. Die im syrischen Krieg getöteten Afghanen werden aber in Teheran vielfach nicht als solche bezeichnet. In den iranischen Medien ist offenbar nur von getöteten Iranern die Rede, die für die heilige Sache gefallen sind.

Der Einsatz der afghanischen Söldnerdivision ist im Frontbereich bei Aleppo erfolgt, so bei der Bedienung der schweren Artillerie. Mit dieser Artillerie ist vor allem die terrestrische Abwehr der Opposition zerschlagen worden. Verschiedene ehemalige Söldner dieser Division haben sich nach Europa, so in die Schweiz abgesetzt und haben um Asyl ersucht. Unter diesen Migranten soll sich auch ein durch die iranische Regierung ernannter Rekrutierungsoffizier befinden, der früher unter den Hazara-Familien im Iran wirkte.

[1] Dieser Bericht beruht auf vertraulichen Informationen, die dem Autor mündlich mitgeteilt wurden.

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