Panjshirtal, sowjetische Kampfpanzer
Panjshirtal, sowjetische Kampfpanzer

Das amerikanische Verteidigungsministerium, das Pentagon, führt zum gegenwärtigen Zeitpunkt weltweit verschiedene militärische Einsätze direkt oder indirekt durch. Der grösste Einsatz dürfte zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Mittlere Osten mit dem Krieg gegen den Islamischen Staat (IS) im Irak und in Syrien sein. Durch die Unterstützung der irakischen Armee und der kurdischen Peschmerga in der Luft und am Boden will das Verteidigungsministerium den IS im Irak vernichten. In Syrien verfolgen die USA durch ihren Luftkrieg und die Waffenlieferungen an die syrischen Kurden und die sunnitische Opposition, das Ziel den IS aus der Stadt Raqqa zu vertreiben. Bei dieser militärischen Aktion wollen die Amerikaner Konfrontationen mit der Präsenz russischer Truppen und den iranischen Interventionen soweit als möglich vermeiden.

Das nächste Kriegstheater ist Afghanistan. Hier sollen durch militärische Unterstützung und Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte die Taliban und der IS vernichtet werden. Langfristig soll die als korrupt geltende Regierung in Kabul die Kontrolle über das gesamte Land erlangen. Dazu gehört auch die Niederhaltung des Anbaus von Schlafmohn. Ergänzend zu diesen Einsätzen betreiben die USA einen Kleinkrieg mit Drohnen und Eliteeinheiten in den zu Afghanistan angrenzenden Stammesgebieten von Pakistan.

Das nächste wichtigste Kriegsgebiet ist der Jemen. Hier versuchen die Amerikaner durch direkte Einsätze von Drohnen und Elitesoldaten, die Jihadisten von Al-Kaida und des IS zu vernichten. Indirekt unterstützen die USA und ihre Alliierten Frankreich und Grossbritannien, durch Seeblockaden den Krieg Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten aus den Vereinigten Emiraten gegen die schiitischen Houthi, die durch den Iran unterstützt werden.

In Libyen setzen die USA und ihre engsten Verbündeten Kampfflugzeuge und Drohnen gegen die Sützpunkte des IS ein. Ziel ist auch hier die Vernichtung der Kampftruppen des Islamischen Staates.

Direkte Einsätze mit Drohnen und Eliteeinheiten führen die Amerikaner in Somalia zur Vernichtung des Ablegers von Al-Kaida durch.

Indirekt wird die französische Interventionstruppe in Mali von den Amerikanern durch Transporte und Nachschub versorgt. Im übrigen Afrika sind die USA insbesondere in Ägypten, Tschad und anderen Staaten Schwarzafrikas aktiv.

Im Westlichen Pazifik wird in den Philippinen die Armee durch Berater und Waffen aus den USA im Kampf gegen den Al-Kaida-Ableger Abu Sayyaf und die islamischen Moros unterstützt.

Eine gefährliche Konfrontation könnte im Südchinesischen Meer durch den Bau von künstlichen Inseln durch die Volksrepublik China und die Verlegung von Kriegsschiffen durch die Seemacht USA entstehen. Eine weitere Konfrontation zeichnet sich im Versuch der USA und ihres wichtigsten Alliierten Japan im Westlichen Pazifik durch die Eindämmung der Nuklearmacht Nordkorea ab. Zu erwähnen ist die bisher nicht bereinigte Frage um die Zukunft Taiwans.

In Europa ist die Konfrontation zwischen den USA und Russland vorderhand auf die östliche Ukraine begrenzt. Denkbar ist aber, dass das Baltikum, das sowohl für Russland wie auch für die USA eine geopolitische Drehscheibe darstellt, in der nahen Zukunft zum Auslöser einer eigentlichen militärischen Konfrontation zwischen den beiden Mächten werden könnte. Sowohl die USA wie auch Russland beurteilen sich bereits heute als Feinde.[1] Das Baltikum könnte zum kleinen Kriegstheater werden, in dem beide Mächte miteinander abrechnen.

[1] Hodge, N. and J.E. Barnes, In New Cold War, Two Generals Square Off, National security adviser H.R. McMaster has long battle wits with Valery Gerasimov, in a contest of U.S. force against Russian cunning, in: The Wall Street Journal, June 19, 2017, P. A1/A6.

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