Die Omaijaden entstammten dem arabischen Stamm der Quraisch aus Mekka, zu dem auch Mohammed gehörte. Noch vor der Islamisierung der Stadt waren sie eine der einflussreichsten Familien Mekkas. Zuerst waren sie gegen die Bewegung von Mohammed, der mit seinen Anhängern nach Medina emigrierte. Kurz vor der Einnahme der Stadt konvertierte das Oberhaupt des Klans zum Islam. Von da an nahmen die Omaijaden im neuen Staat führende Positionen ein. 644 wurde sogar Uthmãn ibn Affãn zum dritten Kalifen – Nachfolger des Gottesgesandten – gewählt. Er war 622 bei der Emigration nach Medina dabei gewesen. Er begünstige seine Verwandten. Dies löste eine Opposition gegen ihn aus. 656 wurde er in Medina ermordet. Ali ibn Abi Tãlib, Cousin und Schwiegersohn des Propheten, wurde zum vierten Kalifen gewählt. 660 wählten die Anhänger des ermordeten Uthmãn in Damaskus Mu’ãwiya, Omaijade und Gouverneur von Damaskus, zum Kalifen. Die Umma – die Gemeinschaft der Gläubigen – war gespalten. Nach der Ermordung von Ali durch einen Charidschiten 661 konnte Mu’ãwiya I. seinen Herrschaftsanspruch durchsetzen und begründete die Dynastie der Omaijaden. Von den Anhängern Alis wurde er aber abgelehnt. Die Schiiten – Schia, die Partei Alis – bildeten ihren Schwerpunkt im südlichen Irak.

Der neue Kalif verlegte die Hauptstadt nach Damaskus. Unter ihm entstand eine arabische Aristokratie. Sein Nachfolger, Yazid I. (680-683) erlebte mehrere Aufstände. Einer dieser Aufstände wurde durch den zweiten Sohn von Ali, Husain angeführt. In der Schlacht von Kerbela wurde dieser 680 durch ein Heer der Omaijaden besiegt und getötet. Diese Schlacht bestimmte die definitive Trennung zwischen Sunniten und Schiiten im Islam.

Nach dem Tod von Mu’ãwiya II., dem Sohn von Yazid I., brachen 684 Wirren aus. Erst 685 wurde Marwãn ibn al-Hakim, der einem Seitenzweig der Omaijaden entstammte, zum Kalifen erhoben. Seinem Sohn, Abd al-Malik (685-750), gelang es 692 endgültig, den Herrschaftsanspruch der Omaijaden wieder durchzusetzen. Unter ihm wurden die arabischen Eroberungen bis zum Indus und Transoxanien fortgesetzt. 711 wurde die iberische Halbinsel erobert. 732 wurde der arabische Vorstoss nach Frankreich und Burgund durch den Karolinger Karl Martell bei Tours und Poitiers gestoppt und die Araber über die Pyrenäen zurückgedrängt. Mehrere Feldzüge gegen Byzanz misslangen. Der Kalif liess in Damaskus die Johannes-Basilika zur Omaijaden-Moschee umbauen.

Ab 718 gelang es den Abbasiden, Nachfahren von Abbas, dem Onkel von Mohammed, vor allem mit Hilfe von Schiiten und Persern, eine Opposition gegen die Omaijaden zu bilden. Die Abbasiden vertraten die These, dass nur der Zweig von Abbas Anspruch auf das Kalifat hatte. 747 brach im Ostiran ein Aufstand aus. Die Omaijaden konnten diesen Aufstand nicht besiegen. Marwan II. wurde im Nordirak durch ein Heer der Abbasiden geschlagen. Mit diesem Sieg gelang es den Abbasiden 750, beinahe die gesamte Familie der Omaijaden auszurotten.

Mit der Machtübernahe des persisch-schiitisch dominierten Klüngels der Abbasiden war die Zeit des arabischen Weltreiches beendet und mit ihr auch seine Kultur. Die Omaijaden hatten über ein arabisches Reich geherrscht und eine grossartige Kultur begründet. Nun wurde das Kalifat der Abbassiden in Bagdad durch die Perser und die Schiiten dominiert. Persisch wurde zur Hofsprache.

Ein einziger Angehöriger der Omaijaden entkam dem Massaker. Ihm gelang die Flucht nach al-Andalus. Als Abd ar-Rahman I. gründete er 756 das Emirat von Cordoba. Einer seiner Nachkommen, Abd ar-Rahman III., liess sich 929 zum Kalifen von Cordoba ausrufen. Bis 1031 existierte dieses Kalifat. Dies war auch das definitive Ende der Dynastie der Omaijaden. 1236 eroberte der kastilische König, Ferdinand III., mit seinem Heer Cordoba. Aus Respekt vor der Schönheit der Mezquita (Moschee) der Omaijaden in Cordoba wurde diese nicht zerstört. Erst unter Karl V., Kaiser des Heiligen römisches Reichs Deutscher Nation, wurde im 16. Jahrhundert in der Mezquita eine Kathedrale gebaut.

Als Vasallenstaat von Kastilien überlebte Granada als kleiner Rest des früheren Staates der Araber und Omaijaden auf der arabischen Halbinsel, bis dessen Unabhängigkeit 1492 durch die katholischen Majestäten Ferdinand und Isabella endgültig beendet wurde. Damit gingen Kultur und Herrschaft der Araber in Spanien definitiv unter.

Mit der Beseitigung der Omaijaden durch die Abbassiden 750 wurde das Weltreich der Araber, einschliesslich seinem kulturellen Höhepunkt, vernichtet.

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