Moskau 2008Schon zur Zeit der Sowjetunion musste sich jeder Ausländer, der in seinem Heimatland eine wichtige Stellung einnahm, vor Sexfallen des KGB hüten. Bereits vor der Ankunft wussten die KGB-Agenten welchen sexuellen Präferenzen der Gast zuneigte. War er für bestimmte sexuelle Perversionen anfällig, dann wurde ihm ins Hotel eine dafür geneigte Prostituierte oder ein Lustknabe geliefert. Der Zerfall der UdSSR hat den Einsatz dieser Praktiken nicht beendet. Bereits unter Jelzin hat der FSB Ausländern von Rang und Namen Prostituierte ins Hotelzimmer delegiert. Die nachfolgende Szene wurde gefilmt und war anschliessend für Erpressungen verfügbar. Diese Methoden zur Erpressung sind in Russland heute noch üblich.

Sollte Donald Trump bei seinem Aufenthalt in Moskau 2013 wirklich in eine solche Falle geraten sein, dann darf angenommen werden, dass das Filmmaterial einer späteren Erpressung dienen sollte. Ob die Moskowiter-Herrscher anschliessend eine indirekte Förderung von Trump zum Kandidaten für das Amt des Präsidenten betrieben, dürfte im Nachhinein kaum bewiesen werden. Sicher ist, dass sich Putin mit den Aufzeichnungen – sofern die Geschichte stimmt – einen Präsidenten Trump gefügig machen wollte.

Nun sind aber angebliche Informationen eines früheren Agenten des britischen MI-6 über eine mögliche Affäre von Trump wie eine Bombe in die Öffentlichkeit gelangt. Welche Rolle den US-Geheimdiensten, die über diese Informationen verfügten, beim Zuspielen des Materials an die Öffentlichkeit zukommt, ist bis jetzt unklar. Tatsache ist, dass die Geschichte über eine mögliche Sexfalle publik geworden ist. Wird aber eine solche Geschichte bekannt, dann ist sie für die Erpresser wertlos. Eine Erpressung aufgrund derartiger Aufzeichnungen könnte sich sogar ins Gegenteil kehren. Donald Trump muss sich jetzt vor weiteren Lobhudeleien von Wladimir Putin und vor möglichen geopolitischen Konzessionen an Russland in der Zukunft hüten. Sollten trotzdem geopolitische Zugeständnisse an Russland durch die Trump-Administrationen erfolgen, dann dürfte die Präsidentschaft von Donald Trump von kurzer Dauer gewesen sein:[1]

„Mr. Trump’s vehement denials also mean that if we learn in the future that Russia does have compromising details about him, his Presidency could be over.”

Damit dürfte der durch Putin angestrebte Zerfall der NATO mit Hilfe eines Präsidenten Trump vorderhand abgewendet sein. Die Europäer, insbesondere die Balten, werden aufatmen können. Putin könnte am Ende mit seiner Sexfalle einen Rohrkrepierer produziert haben, der ihn blossgestellt und der aussenpolitischen Glaubwürdigkeit Russlands einen enormen Schaden zugefügt hat.

[1] Tillerson for Secretary of State, in: The Wall Street Journal, Friday-Sunday, January 13-15, 2017, P. A10.

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