afghanistan

Als Mitglieder seines Sicherheitskabinetts hat President-elect Donald Trump drei pensionierte Generäle ernannt. Es sind dies General James Mattis als Secretary of Defense, General John Kelly als Secretary of Homeland Security and Lt. General Michael Flynn als National Security Adviser. Während die Ernennung von Generalleutnant Flynn zur Kompetenz des zukünftigen Präsidenten gehört, müssen die Ernennungen der Generäle Mattis und Kelly noch durch den Senat genehmigt werden. Diese beiden Generäle waren vor ihrer Pensionierung Angehörige des US Marine Corps und aktive Kommandanten. Lt. General Flynn diente in der US Army, so im Joint Special Operations Command im Irak, später in der International Security Assistance Force in Afghanistan unter General Stanley McChrystal und nach dessen Absetzung 2010 unter General David Petraeus. Der gemeinsame Nenner zwischen den drei Generälen ist ihre Erfahrungen als Kombattante in Kriegen.[1] Alle drei wissen wie man Krieg führt, alle drei haben in Afghanistan und im Irak gedient. Alle drei kennen die Schrecken des Krieges und damit auch die Auswirkungen von unsinnigen Befehlen von Zivilisten in Washington D.C. auf die Kriegführung und damit auf die Truppe. In den amerikanischen Medien werden die drei Generäle als die Junta von Trump bezeichnet.

Marine Corps General James „Mad Dog“ Mattis war bis 2013 Chief des US Central Command. Da sein aktiver Dienst nicht länger als sieben Jahre zurück reicht, muss der Senat eine besondere Bewilligung für die Übernahme des Verteidigungsministeriums durch General Mattis erteilen.[2] Mattis gilt als strategischer Denker, dessen Fachbibliothek einen Umfang von 6‘000 Büchern aufweist.[3] Dazu gehören die militärwissenschaftlichen Werke der Briten Lawrence of Arabia und Liddell Hart.[4] In seiner Funktion als Verteidigungsminister wird ihm als militärischer Hauptberater Marine Corps General Joseph „Fighting Joe“ Dunford zur Seite stehen, der noch unter Obama als Chairman of the Joint Chiefs of Staff ernannt worden ist. Beide Generäle haben ihre Spitznamen aufgrund ihrer Kampfeinsätze erhalten. General Mattis beurteilt den Terrorismus des Islamischen Staates, von al-Kaida und jenen der Islamischen Republik Iran als die grösste Herausforderung für die USA.[5] Aber auch der Bedrohung durch Russland muss begegnet werden. Dazu gehört insbesondere die Aufrechterhaltung und Modernisierung des Abschreckungsarsenals.[6]

Mattis und Dunford sind eng mit dem pensionierten Marine Corps General John Kelly befreundet. Mattis musste John Kelly 2010 die Nachricht überbringen, dass dessen Sohn, 1st Lieutenant Robert Michael Kelly, in Afghanistan gerade gefallen war.[7] Auch John Kelly ist ein Veteran der Kriege in Afghanistan und im Irak. Zuletzt war er Commander des US Southern Command. Aufgrund dieser Funktion ist er mit den Verhältnissen in Lateinamerika sehr gut vertraut. Zur besonderen Situation in Lateinamerika gehören die Drogenkartelle, die Schmuggelorganisationen und die Terroristen.[8] Kelly kennt die Narco-Marxisten der kolumbianischen FARC und des Leuchtenden Pfades in Peru, wie auch die Umtriebe der libanesischen Hisbollah in Latein- und Nordamerika, sehr gut. Alle diese Organisationen betreiben einen schwunghaften Handel über die südliche Grenze der USA und waschen dabei Drogengelder. So sei die durch den Iran unterstützte Hisbollah in der Geldwäscherei sehr aktiv. Des Weiteren würden iranische Agenten mit mexikanischen Drogenkartellen kooperieren und Mordaufträge, wie der Anschlag auf den saudischen Botschafter in Washington D.C. 2011, an diese erteilen.[9] Der Hauptauftrag von President-elect an General Kelly wird die Sicherung der Südgrenze der USA sein.

Der pensionierte Lt. General Michael Flynn wird als zukünftiger National Security Adviser in militärischen Zeitschriften im Gegensatz zu Mattis und Kelly kontrovers beurteilt.[10] Auch Flynn dürfte in der militärwissenschaftlichen Literatur bewandert sein. So kennt er offenbar das Werk „Die dreizehn Prinzipien der Kriegführung“ des chinesischen Denkers Sun Tzu, verfasst 500 v. Chr., sehr gut.[11] In seinen Einsätzen im Irak und in Afghanistan musste er immer wieder Kommandanten von al-Kaida und der Taliban verhören. Dabei gelangte er zur Überzeugung, dass die fundamentalistisch-nihilistische Ausrichtung des Islams den Hass von al-Kaida auf die USA bestimme.[12] Nach seinem Einsatz in Afghanistan wurde Generalleutnant Flynn zum Chef des militärischen Nachrichtendienstes, der Defense Intelligence Agency, ernannt. In dieser Funktion kritisierte er die Behauptung der Obama-Administration, dass nach der Liquidierung von Osama bin Laden 2011 die Bedrohung durch den Terrorismus abgenommen habe.[13] Wegen dieser Kritik dürfte er vermutlich als Chef des militärischen Nachrichtendienstes durch Obama abgesetzt und pensioniert worden sein. Teilweise als Folge seines 2016 in Moskau abgehaltenen Referates gilt der Generalleutnant als Putin-Versteher. Für Flynn sind die Hauptfeinde der USA die Jihadisten des Islamischen Staates und jene von al-Kaida. Für deren Bekämpfung sollten die USA mit Autokraten wie Wladimir Putin und dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah a-Sissi eine Koalition eingehen. Der Islamische Staat sollte, so Flynn, ohne Rücksicht auf allfällige Kollateralschäden gegenüber der Zivilbevölkerung, unter der sich die Jihadisten aufhielten, bekämpft werden. Nur so könnten die USA die Führung eines endlosen Krieges vermeiden. [14]

Alle drei Generäle sind ausgewiesene Experten der Kriegführung und strategische Denker. Es ist zu hoffen, dass diese drei Experten Trump in Zukunft vor strategischen Fehlentscheidungen werden abhalten können.

 

[1] Kitfield, J., Trump’s Generals: How Wartime Service Shaped Mattis, Kelly, & Flynn, in: Breaking Defense, December 19, 2016, 4:15 AM, P. 1.

[2] Lamothe, D., Trump picks retires Marine Gen. James Mattis for secretary of defense, in: The Washington Post, December 1, 8:45 PM, P. 1.

[3]Szoldra, P., This viral email from General James ‚Mad Dog’ Mattis about being ‚ too busy to read‘ is a must-read, 2016-11, P. 1.

[4] Szoldra, P., P. 2.

[5] Lamothe, D., P. 2.

[6] Kitfield, J., Trump’s Generals, Part 2: Jim Mattis vs. Iran, in: Breaking Defense, December 20, 2016, 4:00 AM, P. 4.

[7] Kitfield, J., Trump’s Generals, How Wartime …, P. 2.

[8] Kitfield, J., Trump’s Generals, Part 4: John Kelly vs. The Narco-Terrorists, in: Breaking Defense, December 21, 2016, 12:30 PM, P. 1.

[9] Kitfield, J., Trump’s Generals, Part 4, P. 2.

[10] Kitfield, J., Trump’s Generals, How Wartime …, P.2.

[11] Kitfield, J., Trump’s Generals, Part 3: Mike Flynn vs. Al-Qaeda, in: Breaking Defense, December 21, 2016, 4:00 AM, P. 1.

[12] Kitfield, J., Trump’s Generals, Part 3, P. 2.

[13] Kitfield, J., Trump’s Generals, Part 3, P. 2.

[14] Kitfield, J., Trump’s Generals, Part 3, P. 4.