Aufgrund ihrer Äusserungen und ihres Verhaltens gegenüber dem US-Präsidenten Barack Obama dürfte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel diesen als einen echten politischen Strahlemann einschätzen. Würde sie allerdings seine bisherigen Leistungen als Feldherr der US-Streitkräfte und -Kriegführung beachten, dann müsste sie zu einer anderen Beurteilung gelangen. Was seine Kriegführung betrifft, so muss Obama als ein echter Versager bezeichnet werden. Dafür gibt es genügend Beispiele aus seiner Amtszeit.

Das erste Beispiel ist sein Afghanistankrieg. Schon vor seiner Wahl zum Präsidenten bezeichnete er den Krieg in Afghanistan als den Krieg, den es zu führen galt. Bei seiner Amtseinsetzung 2009 musste er aufgrund der Berichte seiner Generäle erkennen, dass die Streitkräfte der USA und der NATO mit einem baldigen Sieg durch die Taliban rechneten. Aufgrund der Ratschläge der Generäle beschloss er für Afghanistan eine massive Aufstockung der einzusetzenden Truppen. Diese „Surge“ sollte ab Mitte 2010 Wirklichkeit werden. Gleichzeitig verkündete er, dass ab Juli 2011 bereits wieder der Abzug dieser US-Truppen stattfinden würde. Dieser wurde Ende 2014 beinahe vollständig durchgeführt, mit dem Ergebnis, das sich heute Afghanistan wieder mit einem Sieg der Taliban konfrontiert sieht. Der Afghanistankrieg à la Obama gilt heute in amerikanischen Fachkreisen als gescheitert.

Die nächste Episode war der Krieg gegen Gaddafi 2011. Auf Drängen seiner Aussenministerin Hillary Clinton und des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy eröffnete er diesen Krieg mit einer Salve von beinahe 200 Marschflugkörpern gegen die Führungseinrichtungen und Fliegerabwehrsysteme Libyens. Nach 10 Tagen überliess er Frankreich und Grossbritannien die Führung im Krieg. Dabei blieb die Logistik, die Aufklärung und die Auftankung in diesem Krieg die Aufgabe der USA. Am Ende wurde Gaddafi ermordet und das Land stürzte ins Chaos ab. Dieses Chaos wird heute durch den Krieg zwischen Ethnien und verschiedenen Gruppen, zu denen auch Salafisten gehören, bestimmt. Ohne eingehende Analyse der Folgen seines Einsatzes hat Obama Libyen in diese Katastrophe geführt.

Ende 2011 erfolgte der totale Rückzug der US-Truppen aus dem Irak. Dabei unterliess es die Obama-Administration, mit dem schiitischen Regime in Bagdad einen Vertrag über die Stationierung von US-Truppen, als Garant für die Stabilität des Landes, abzuschliessen. Ergebnis: Der schiitische Premier al-Maliki versuchte die Dominanz der Schiiten im Land mit der Unterdrückung der Sunniten durchzusetzen. Als Vergeltung für diese religiös dominierte Politik ergriff der neu entstandene Islamische Staat (IS) im Norden des Iraks die Macht.

Bei Ausbruch der Demonstrationen in Syrien 2011 begrüssten Obama, seine Administration und seine NATO-Vasallen den baldigen Sturz der Baath-Regierung von Bashair al-Assad und damit ein Regime-Change in Syrien. Ergebnis: Heute herrscht in Syrien ein grauenhafter Krieg. Die durch die USA gesponserten Aufständischen erweisen sich in zunehmendem Masse als Salafisten-Hardliner. Die syrischen Kurden, auf die sich Obama bei seiner Kriegführung stützt, sind nichts anderes als der verlängerte Arme der marxistisch orientierten Kampforganisation PKK in der Türkei. Mit seiner Allianz zu den syrischen Kurden hat Obama auch den türkischen Herrscher Erdogan beinahe aus der NATO herausgedrängt. Gleichzeitig hat Obama mit seiner Politik den russischen Präsidenten Wladimir Putin buchstätlich zur russischen Intervention und zur Bombardierung Syriens provoziert.

Am 2. Mai 2011 liess Obama den Saudi Osama bin Laden in Abbottabad, Pakistan, durch Elitesoldaten der US-Einheit SEAL töten. Anschliessend wurde die Leiche des getöteten Saudis im Arabischen Meer versenkt. Bis heute fehlen eindeutige Beweise, dass bei dieser Operation tatsächlich Osama bin Laden getötet wurde bzw. es sich beim Toten um den Saudi handelte. Diese Tötungsaktion wird immer noch durch den Nebel der Spekulationen überdeckt.

Im August 2012 verkündete Obama für den Fall, dass das Regime von Assad C-Waffen gegen die Opposition einsetzen würde, eine rote Linie. Das Überschreiten dieser roten Linie durch Assad hätte den Angriff von US-Kampfflugzeugen zur Folge. Anschliessend fanden wirklich C-Waffeneinsätze statt, wobei bis heute nicht geklärt ist, ob diese tatsächlich durch die syrische Armee erfolgt sind. Wie auch immer, Obama zog seine Drohung zurück. Er musste dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, den er nicht sehr schätzt, für dessen diplomatischen Ausweg der gemeinsam angeordneten Vernichtung der C-Waffenbestände der Armee von Assad danken. Dass durch diese Aktion die C-Waffenbestände der „Aufständischen“ unbeachtet bleiben, lässt Obama bis heute kalt.

Seit 2014 führt Obama einen zunehmend intensiver werdenden Krieg gegen den Islamischen Staat im nördlichen Irak. Während die USA und die NATO-Alliierten sich auf die vornehme Aufgabe des Luftkriegs beschränken, setzt die Obama-Administration für den Landkrieg die schiitisch dominierte Armee des Iraks, durch den Iran geführte schiitische Milizen und kurdische Peschmerga ein. Aufgrund der Tötung von Sunniten in den bisher eroberten Städten Tikrit und Faluja durch schiitische Milizen, muss damit gerechnet werden, dass nach der Eroberung von Mosul die Sunniten im nördlichen Irak durch die schiitischen Milizen massakriert oder mindestens vertrieben werden. Dies wird Obama nicht gross belasten, denn mit der Eroberung von Mosul und vermutlich auch des syrischen Raqqa wird er den Beweis erbracht haben, dass er nicht das Weichei ist, für den ihn viele militärische Fachleute halten. Vermutlich wollte er auch durch die Vernichtung des IS Hillary Clinton bei ihrer Wahl zur US-Präsidentin unterstützen. Mit seinem Eintreten für Clinton, eine durch und durch korrupte Politikerin, ist er nun gescheitert.

Fazit: Obama ist nicht nur als Feldherr gescheitert. Der Strahlemann wird der Welt als Legat ein Trümmerhaufen zerfallender Staaten mit vielen Toten überlassen.

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