Der Panzerwagen des ersten Kaisers Qin Shihuangdi 259-210 v. Chr.
Der Panzerwagen des ersten Kaisers Qin Shihuangdi 259-210 v. Chr.

Unter Präsident Xi wird die Innenpolitik Chinas durch den Nationalismus beherrscht. Gleichzeitig verstärkt das Regime durch seine Anti-Korruptionskampagne, die zum Sturz unliebsamer Parteigrössen führt und damit beinahe den früheren Säuberungen in der Sowjetunion durch Stalin gleicht, die Kontrolle über die Partei und damit den Staat.

Neben der Neustrukturierung der Führung und der Neugliederung der Streitkräfte in Raketen-, Land-, Luft- und Seestreitkräfte erfolgt des Weiteren eine stetige Aufrüstung und Einführung neuer Waffensysteme. So haben in den letzten Jahren insbesondere die See- und die Luftstreitkräfte moderne Waffen erhalten. China verfügt heute über eine Flotte leistungsfähiger strategischer U-Boote der JIN-Klasse mit weitreichenden ballistischen Flugkörpern und neue nuklearantriebe Angriffs-U-Boote der SHANG-Klasse.[1]

Die chinesischen Streitkräfte werden aber nicht nur fortlaufend mit neuen Waffensystemen ausgerüstet. Es werden auch neue Kampfflugzeuge entwickelt. Dazu gehört das Kampfflugzeug J-20, das wie eine Kopie des US-Kampfflugzeuges F-22 aussieht und dessen Erstflug 2011 erfolgt ist. Neu ist auch das Kampfflugzeug FC-31, das vermutlich aufgrund von gestohlenen Plänen des US-Kampfflugzeuges F-35 entwickelt worden ist. Die Tests dieses Kampfflugzeuges haben 2012 eingesetzt.[2]

Parallel zur Aufrüstung und Modernisierung der Streitkräfte erweitert die Führung in Beijing durch den Ausbau künstlich errichteter Inseln im Archipel der Spratley-Islands den Einfluss Chinas im Südchinesischen Meer. Bei diesen teilweise aufgrund von Riffen aufgeschütteten Inseln, werden Häfen für Kriegsschiffe und Flugplätze für den Einsatz von Kampfflugzeugen gebaut. Auch auf Scarborough Showl, das auch von den Philippinen beansprucht wird, will China einen neuen Stützpunkt errichten. Im Einsatzbereich von Scarborough Showl liegen die Hauptstadt Manila und philippinische Stützpunkte, die in einem Konfliktfall für US-Kampfflugzeuges verfügbar wären

Als Abschreckungsdrohung gegenüber den Anrainerstaaten des Südchinesischen Meeres und gegen mögliche Interventionsabsichten seitens der USA führt China um diese und über diesen Kunstinseln Manöver mit seinen Luft- und Seestreitkräften durch. In zunehmendem Masse richtet China sein Interesse aber auch auf das Ostchinesische Meer. Auch über diesem Meer werden chinesische Übungen mit Mittelstreckenbombern und Kampfflugzeugen durchgeführt.[3]

Mit der konsequenten Aufrüstung, dem Bau von Inseln im Südchinesischen Meer und den Manövern im Süd- und Ostchinesischen Meer dürfte China die Vertreibung der USA aus dem Westlichen Pazifik und dessen Beherrschung beabsichtigen. China akzeptiert im Westlichen Pazifik die Juniorpartner-Rolle gegenüber den USA nicht mehr. Das Zeitalter der uneingeschränkten Militärmacht Chinas in diesem Raum könnte eingesetzt haben.

[1] Office of the Secretary of Defense, Annual Report to Congress, Military and Security Developments Involving the People’s Republic of China 2015, Washington D.C., 2015, P. 9.

[2] Wall, R., Spending on Warplanes Fuels Arms Race, in: The Wall Street Journal, September 27, 2016, P. A2.

[3] Browne, A., Yuan Is Least of Next U.S. Leader’s Problems, in: The Wall Street Journal, September 28, 2016, P. A2.

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