Präsident Wladimir Putin und seinem aussenpolitischen Gehilfen Lavrov ist es gelungen, den U.S. Secretary of State John Kerry zur Einrichtung einer gemeinsamen Einsatzführung des Luftkrieges mit dem Abschluss eines Waffenstillstandsvertrages über Syrien zu ködern.[1] Welches könnten abgesehen von den politischen Problemen für die USA, zu denen ein gemeinsam geführter Luftkrieg führen würded, die militärischen Hindernisse zur Bildung einer gemeinsamen Einsatzführung sein? Um diese Frage beantworten zu können, ist es notwendig, die Luftkriege von Russland und den USA über Syrien kurz zu analysieren.

Die russischen wie auch die syrischen Luftstreitkräfte werfen über die Stellungen der syrischen Aufständischen in den Städten Freifallbomben (ungelenkte Bomben) ab. Dazu gehören verschiedene Freifallbombentypen wie Spreng-, Kanister- und Fassbomben. Die russischen Freifallbomben werden durch Erdkampfflugzeuge Su-25, Jagdbomber Su-24 und Su-34 sowie Mittelstreckenbomber Tu-22M3 abgeworfen. Diese Art des Luftkrieges entspricht den Flächenbombardierungen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg gegen die deutschen Städte. Ganze Ortschaften wurden und werden durch Flächenbombardierungen zertrümmert. Das Ziel von Flächenbombardierungen ist die Terrorisierung der Zivilbevölkerung. Am Ende soll die Zivilbevölkerung ihre Unterstützung für die Aufständischen aufgeben und diese dadurch zur Kapitulation zwingen.

Die USA und ihre Alliierten klären die möglichen Ziele für ihre Luftschläge über Syrien, wie auch über dem Irak, durch die Aufklärung mit Satelliten und Drohnen ab. Mit Priorität sollen militärische Ziele wie Truppenkonzentrationen und – stellungen, Kasernen und Hauptquartiere des Islamischen Staates (IS) sowie des Al-Kaida-Ablegers Jabhat Fatah al-Sham (frühere Bezeichnung: al-Nusrah-Front) erfasst werden. Gegen diese Ziele setzen die Amerikaner und https://slotspie.com/ ihre Alliierten durch ihre Kampfflugzeuge der Typen Rafale, F-16, F-15E und F/A-18E/F laser- und GPS-gelenkte Bomben und Lenkwaffen wie auch die 30mm Gatlingkanone der Erdkampfflugzeuge A-10C ein. Obwohl die Amerikaner und ihre Alliierten ihren Luftkrieg mit gelenkten Bomben und Lenkwaffen (PGM, Precision-Guided Missiles) führen, werden immer wieder auch Zivilisten getötet.

Die beiden Luftkriege unterscheiden sich aber offensichtlich aufgrund ihrer Einsatzziele und – arten. Der russische und der syrische Luftkrieg sind auf das Ziel der Zerstörung von Ortschaften und der Terrorisierung der gegnerischen Zivilbevölkerung ausgerichtet. Der Luftkrieg von Präsident Putin entspricht deshalb weitgehend dem strategischen Bomberkrieg der Briten und der Amerikaner im Zweiten Weltkrieg, der kriegsvölkerrechtswidrig war. Die Amerikaner und ihre Alliierten versuchen in der Gegenwart in Syrien und im Irak mit ihrem Luftkrieg den Gegner durch gezielte Einsätze mindestens militärisch zu entwaffnen, wenn nicht sogar dessen Streitkräfte zu vernichten. Im Sinne einer Analogie führen die USA und ihre Alliierten einen Luftkrieg, der weitgehend dem alliierten Luftkrieg bei der Vorbereitung und Unterstützung von D-Day im Juni 1944 entspricht. Das Ziel des damaligen Luftkrieges war die Zertrümmerung des Atlantikwalls und die Beendigung der Abwehr des Dritten Reichs in der Normandie. Zwei derartig unterschiedliche Konzepte des Luftkrieges sind miteinander nicht vereinbar.[2] Die einander widersprechenden Ziele können durch eine gemeinsame Einsatzführung nicht kaschiert werden, ausser die Obama-Administration wäre bereit, jede aussenpolitische Glaubwürdigkeit damit aufzugeben

[1] Gates, R.M., Sizing Up the Next U.S. President, in: The Wall Street Journal, September 19, 2016, P. A13.

[2] Sisk, R., US Air Commander Wary of Working With Russians in Syria, Military.com, September 13, 2016.

So auch Tilghman, A, Distrust, uncertainty, scepticism: U.S., Russian militaries warily prepare to tag team ISIS in Syria, September 13, 2016.

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