One World Trade Center
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Der Zusammenbruch von Hillary Clinton aufgrund einer Lungenentzündung anlässlich der Gedenkveranstaltung zu 9/11 in New York dürfte ihren Wahlchancen für das Präsidentenamt erheblich schaden. Die Wahrscheinlichkeit einer Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA könnte dadurch zunehmen. Ein Nachdenken über die Sicherheitspolitik eines Präsidenten Trump drängt sich deshalb auf. Der wichtigste Bestandteil seiner Sicherheitspolitik dürften seine Forderungen nach einer America First-Politik und die Hinwendung zum Isolationismus sein. Ein Präsident Trump würde gleichzeitig die Stagnation der Verteidigungsausgaben, die unter Obama bestimmend war, beenden und die Streitkräfte massiv mit modernen Waffen aufrüsten. Die America First-Politik würde deshalb nicht das Ende der Militärmacht USA zur Folge haben.

Sein Postulat für die Übertragung der Verteidigungsverantwortung an die Europäer und ein Rückzug der USA aus der NATO-Verantwortung sind ernst zu nehmen. Die Europäer müssten ihre Verteidigung selber übernehmen. Im Endergebnis würde dies nicht nur die Schwächung der NATO bedeuten, die ohne die USA über keine Abschreckungswirkung mehr verfügen würde, sondern vermutlich langfristig auch zur Auflösung des Bündnisses führen. Ein Europa ohne die NATO könnte aber irgendwann einmal unter die Dominanz Russlands geraten.

Ein Präsident Trump würde auch den Rückzug der USA aus dem Mittleren Osten befehlen und die Region der Vorherrschaft durch den Iran und Russland überlassen. Angesichts des Widerstandes der sunnitischen Staaten gegenüber einer iranischen Vorherrschaft dürfte aber ein Rückzug der USA die gesamte Region definitiv in Kriege und Chaos ohne Ende stürzen.

Im gleichen Zuge dürfte unter einem Präsident Trump auch der definitive Rückzug der USA aus Afghanistan einsetzen. Damit würden die USA ganz Zentralasien den Machtansprüchen Chinas und Russlands überlassen. Die Rivalität zwischen den beiden Grossmächten Eurasiens dürfte aber früher oder später zum Konflikt zwischen ihnen betreffend ihrer Herrschaftsansprüche über dieses riesige Gebiet führen.

Als Folge seiner Ablehnung der wirtschaftlichen Dominanz Chinas würde ein Präsident Trump auch die Konfrontation mit der asiatischen Grossmacht pflegen und suchen. Im Endergebnis könnte dies aufgrund der jetzt schon bestehenden Rivalität zwischen der Seemacht USA und der asiatischen Grossmacht im südchinesischen Meer in einer ersten Phase zu kriegerischen Handlungen in diesem geopolitisch wichtigen Raum führen. Eine Eskalation der kriegerischen Handlungen auf den übrigen Westpazifik unter Mitwirkung von Japan könnte die Folge sein.

Im Endergebnis könnte die Präsidentschaft von Donald Trump das Ende der Pax Americana bedeuten. Die Folge wäre eine Welt, in der das Chaos die Norm wäre!

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