Bei den Anschlägen in Deutschland fällt auf, dass es sich vielfach um jugendliche Täter handelt. Gemäss dem Marxisten Peter M. Bergman ist die Altersgruppe, aus der die wirksamsten Terroristen rekrutiert werden, jene der Minderjährigen, denn:[1]

„They are (…) rebelling against the authority of government …“.

Diese Jungen lassen sich durch einfache Slogans leiten, machen sich nur geringe Gedanken über die Zukunft,[2] können – wie die Erfahrungen mit Kindersoldaten aufzeigen – schnell ausgebildet werden, und schliesslich haben Minderjährige, die dazu ausgebildet worden sind, nur geringe Hemmungen zu töten.

Was die Mordwerkzeuge der jugendlichen Attentäter betrifft, so sind diese – wie die jetzt erfolgten Anschläge in Deutschland und Frankreich zeigen – einfacher Art. Messer oder Bajonette sind Waffen, die nur einer geringen Ausbildungszeit bedürfen. Wichtig sind bei deren Einsatz Kenntnisse über jene menschlichen Körperteile, gegen die diese Waffen wirksam sind.[3] Ein klassisches Beispiel für den Einsatz eines Messers ist die Tötung der polnischen Frau in Reutlingen durch einen 21-jährigen Asylbewerber aus Syrien.

Die nächste wirksamste Waffenkategorie nach dem Messer ist für Terroristen eine moderne Pistole mit Kaliber 9mm.[4] Eine Selbstladepistole der Marke Glock, wie sie der Attentäter in München in seiner Mordaktion verwendet hat, weist folgende Merkmale auf:

  1. durch einen durchdachten Lade- und Abzugsmechanismus verfügt diese Waffe über eine hohe Feuergeschwindigkeit;
  2. mit einem Magazin von bis zu 17 Schuss verfügt der Schütze über eine hohe Feuerbereitschaft;
  3. die Glock ist einfach zu bedienen und ein Attentäter benötigt für diese Waffe nur eine kurze Ausbildungszeit.

Ein legaler Erwerb einer solchen Waffe ist mit Hindernissen verbunden. Der illegale Erwerb ist nur über gewissenlose Verkäufer möglich.[5] Bedeutend einfacher als der Erwerb einer Pistole der Marke Glock ist der illegale Kauf einer russischen Pistole Makarov über die Balkanroute. Ein Nachteil der Makarov ist allerdings die russische Munition, die nicht der herkömmlichen 9mm entspricht. Vielfach rüsten übrigens Terroristen für ihre verdeckten Einsätze ihre Pistolen auch mit Schalldämpfern aus.[6]

Die bis anhin durch Terroristen am meisten eingesetzte Waffe waren selbst hergestellte Sprengkörper. Deren Bauweise setzt allerdings gründliche Kenntnisse in der Sprengstoffherstellung voraus.[7] Wie das Beispiel von Ansbach gezeigt hat, sind die selbergemachten Sprengkörper allerdings nicht immer wirkungsvoll. Bei der Verwendung von sehr instabilen Sprengstoffen kann es übrigens durchaus möglich sein, dass der Hersteller sich damit selbst in die Luft sprengt.

Offensichtlich lassen sich junge Attentäter des IS in Europa durch die Botschaften eines Kalifen Ibrahim, die einem sehr kruden Islam gleichen, zu Anschlägen verführen, die am Ende zum Harmagedon des Kalifen führen müssten. Durch ihre Verblendung verkennen diese jugendlichen Terroristen aber, dass sie für eine Sache missbraucht werden, die eigentlich nichts anderes als reiner Nihilismus ist.

 

 

[1] Powell, W., The Anarchist Cookbook, Introduction by Peter M. Bergman, Lyle Stuart, Inc., Secaucus, New Jersey, 1971, P. 20.

[2] Bergman, P.M., in: Powell, W., P. 23.

[3] Powell, W., P. 82-83.

[4] Powell, W., P. 89-92.

[5] Divac, N. and S. Schechner, Munich Gunman Got His Weapon Online, in: The Wall Street Journal, July, 27, 2016, P. A3.

[6] Powell, W., P. 99/100.

[7] Powell, W., P. 112-128.