Tote-Staedte-im-Norden-von-SyrienSeit 2014 bombardieren die USA unterstützt durch eine Koalition der Willigen mit Erdkampfflugzeugen A-10A, mit Jagdbombern F-15E, Rafale und Typhoon, mit schweren Bombern B-1B und B-52 die Stellungen, Einrichtungen, Kommandoposten, die Depots, die Raffinerien usw. des Islamischen Staates (IS). Gleichzeitig werden politische und militärische Exponenten des IS durch Drohneneinsätze getötet, in der Hoffnung, der IS würde enthauptet und damit führungslos werden. Am Boden setzen die USA zweifelhafte Alliierte ein, wie die syrischen Kurdenverbände, schiitische Milizen und die schlecht funktionierende Armee des Iraks. Der Islamische Staat hat im Irak und in Syrien vor allem dank dem Einsatz dieser durch die USA finanzierten Söldnerverbände Gebietsverluste erlitten. Besiegt ist aber der IS noch lange nicht, im Gegenteil. Räumlich reichen die Anschläge der Heloten des IS mittlerweile von Bagdad bis in die USA.

In diesem Krieg wird man den Eindruck nicht los, dass die Obama-Administration zwar eine durchdachte Kriegführung betreibt, dass sie aber kein klares strategisches Ziel verfolgt und damit über keine Strategie für den Sieg gegen den IS verfügt.[1] Die Führung des IS dagegen weiss trotz der auf taktischer Ebene erlittenen Gebietsverluste, welches strategische Ziel sie zu verfolgen hat und welche Strategie es umzusetzen gilt. Der Kalif Ibrahim und sein Stab wollen die USA und ihre westlichen Alliierten vor allem durch Anschläge in den USA und in Europa, die nichts anderes als Nadelstiche sind, zu immer härteren Gegenschlägen gegen den Islamischen Staat im Irak und in Syrien verleiten. Damit soll der Hass der Salafisten, dann anschliessend der aller Sunniten auf dieser Welt gegenüber dem Westen ins Unermessliche gesteigert werden. Am Ende will der IS einen Krieg, der in die Apokalypse münden soll. Dieser apokalyptische Krieg soll mit der Auslöschung vor allem der westlichen Kultur enden. Dieses strategische Ziel dürfte die Führung des IS mit den Anschlägen der folgsamen Adepten in Europa und in den USA verfolgen. Die Führung des IS kann strategisch denken, denn Gott ist mit ihnen.

Allah-uh-Akbar!

[1] McFate, J.L. and Chr. Kozak, America Is Acting Locally, the Islamic State Is Thinking Globally, ISW, July 11, 2016.

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