Liittering-in-der-Praerie-von-Wyoming-2013-
Littering in der Praerie von Wyoming – 2013

Über die Aussen- und Sicherheitspolitik eines Präsidenten Trump wird in den amerikanischen und europäischen Medien viel gerätselt. Der amerikanische Strategiedenker Edward N. Luttwak hat in einem Beitrag eine plausible Politik eines möglichen Präsidenten Trump skizziert.[1] Gemäss Luttwak wird Trump als Konservativer eine konservative Aussen- und Sicherheitspolitik betreiben. Dies bedeutet, dass er seine konservative Wählerschaft enttäuschen würde, wenn er für die Beendigung des Bürgerkrieges Truppen nach Syrien oder für die Entwaffnung der Milizen Truppen nach Libyen entsenden würde oder zwecks Erhaltung der vom Iran dominerten Regierung im Irak intervenieren oder zur Stabilisierung einer korrupten und unfähigen Regierung mehr Truppen nach Afghanistan abkommandieren würde. Nach Luttwak wird ein Präsident Trump nichts dergleichen unternehmen. Er wird alle Truppen aus Afghanistan und dem Irak abziehen; er wird weder in Libyen noch in Syrien oder irgendwo in der islamischen Welt militärisch intervenieren. Im Gegenteil, er wird in der Zukunft die US-Streitkräfte vor sinnlosen Einsätzen bewahren.

Was die Handelspolitik betrifft, so hat Trump höhere Zölle und Steuern auf Produkten aus China und Mexiko postuliert. In den USA sind sich die meisten Ökonomen darin einig, dass Importe aus China und anderen aufstrebenden Staaten den Volkswirtschaften der USA und den übrigen Industriestaaten geschadet haben. Zur Verhinderung der fortgesetzten Vernichtung der eigenen Industrie wird ein Präsident Trump gegen die Dumpingpolitik Chinas und weiterer Staaten vorgehen.

Viele Medien werfen Trump Rassismus vor. Er ist aber im polyglotten New York geboren und gehört nicht der elitären Gesellschaft der WAPS (White American Protestant Society) an! Er hat in der Vergangenheit mit Afroamerikanern zusammengearbeitet und sein Schwiegersohn, Jared Kushner, ist jüdischer Herkunft. Was seine Kampagne gegen die illegalen Immigranten aus Mexiko betrifft, so wird er sich als Pragmatiker mit dieser Situation arrangieren und sich für seine Äusserungen gegenüber den Mexikanern entschuldigen.

Ein Präsident Trump wird, so Luttwak, ein konservativer Pragmatiker und kein Interventionist sein. Beides könnte sich in der Zukunft zum Wohl der USA erweisen. Die USA haben unter den interventionistischen Präsidenten Clinton, Bush jr. und Obama Verluste an Soldaten erlitten und viel Geld verschwendet, das immer noch für die Sanierung der eigenen Volkswirtschaft und Infrastruktur fehlt. Des Weiteren haben die USA in jenen Staaten, in denen sie militärisch interveniert haben, Zerstörungen und traumatisierte Bevölkerungen hinterlassen.

[1] Luttwak, Ed. N., Suffering From Trumphobia? Get Over It, in. The Wall Street Journal, March 11-13, 2016, P. A13.