Grundsätzlich werden zwei Typen von Fliegerbomben unterschieden:

  1. Freifallbomben
  2. gelenkte Bomben

Zu den Freifallbomben gehören:

  1. Sprengbomben
  2. Thermobare Waffen (Thermobaric Weapons)
  3. Brandbomben
  4. Kassettenbomben (Cluster-Bombs)

image001-1Die Sprengkraft der Sprengbomben reicht je nach Typ von 113 kg über 227 kg, 250 kg, 454 kg, 500 kg, 907 kg, 1000 kg bis 5715 kg. Beim letzteren Bombentyp handelt es sich um die BLU-82B, die auch als Daisy Cutter bezeichnet wird und bei der es sich um eine der stärksten Sprengbomben der Welt handelt. Die hohe Sprengkraft gegen Oberflächenziele wird durch einen Sprengstoff, der aus einer Mischung von Ammoniumnitrat und Aluminiumpulver besteht, erreicht. Diese Bombe kann aufgrund der Aussenmasse nur durch umgebaute Transportflugzeuge MC-130E abgeworfen werden.[1] Diese Bombe wurde im Dezember 2001 gegen die Stellungen von Osama bin Laden im Osten Afghanistans eingesetzt. Der Einsatz von Sprengbomben erfolgte bereits im Ersten und im Zweiten Weltkrieg.

Im Gegensatz zu den bekannten Sprengbomben wird bei den thermobaren Waffen eine brennbare Substanz durch eine Explosion in der Luft verteilt und durch eine zweite Explosion entzündet. Eine Unterart der thermobaren Waffen sind die Aerosolbomben (Fuel-Air Explosive). Sowohl die USA wie auch die Russische Föderation verfügen über diese Art von Fliegerbomben. Auf amerikanischer Seite gehört dazu die Massive Ordnance Air Blast (MOAB), auch als „Mother of All Bombs“ bezeichnet, die ursprünglich 2003 für den Einsatz in der Operation Iraqi Freedom vorgesehen war. 2007 hat Russland eine thermobare Waffe getestet, deren Sprengkraft sogar jene einer kleinen Nuklearbombe übertrifft. Aufgrund ihrer Wirkung – sie entziehen durch den Druck in geschlossenen Räumen den Sauerstoff – sollten thermobare Waffen nur gegen militärische Ziele wie Tunnels, Kavernen und Bunker eingesetzt werden. Der Einsatz gegen zivile Einrichtungen ist gemäss dem Kriegsvölkerrecht nicht zulässig.

Die Brandbomben, die vor allem im Zweiten Weltkrieg massiv gegen deutsche und japanische Städte eingesetzt wurden, sind heute geächtet.

Bei den Kassettenbomben existieren Modelle mit einer unterschiedlichen Zahl an Bomblets (Streumunition), die auch verschiedene Wirkungen aufweisen können. So existieren Bomblets mit Spreng-, Brand-, Splitter- und panzerbrechender Wirkung. Kassettenbomben sind bereits im Zweiten Weltkrieg eingesetzt worden. Wegen der Gefährdung von Zivilisten durch nichtexplodierte Bomblets haben über 100 Staaten diese Fliegerbomben geächtet.

Grundsätzlich werden Freifallbomben in Flächenbombardierungen gegen grössere militärische Ziele, wie Kasernen, Depots, Panzerstellungen, Fliegerabwehrstellungen, Schützengräben, usw. abgeworfen. Aufgrund ihrer indiskriminierenden Wirkung sollten Freifallbomben, seien dies Sprengbomben, thermobare Waffen oder Clusterbomben, nicht gegen zivile Ziele oder Zielobjekte in denen sich Zivilisten aufhalten, eingesetzt werden. Die dabei erzielten Wirkungen führen zu hohen und nachhaltigen Zerstörungen in Wohngebieten und damit zu Kollateralschäden, die gemäss dem Kriegsvölkerrecht geächtet sind. Im Zweiten Weltkrieg führten die deutsche Luftwaffe, das britische Bomber Command und die amerikanische US Army Air Force massive Flächenbombardierungen gegen die feindlichen Städte durch.

Zu den gelenkten Bomben gehören lasergelenkte Bomben und GPS-gelenkte Bomben. Bei diesen Bombentypen handelt es sich vor allem um klassische Sprengbomben, die durch eine Zusatzausrüstung auf einem Laserstrahl oder durch GPS-Koordination ins Ziel gelenkt werden. Aufgrund der erreichten Genauigkeit – Abweichungen sind nicht ausgeschlossen – werden diese gelenkten Bomben für die Ausschaltung von Punktzielen eingesetzt. Dazu gehören einzelne Panzer, Kommandoposten, Bunker, usw. Durch den Einsatz von gelenkten Bomben sollen Kollateralschäden vermieden werden.

Während die Russische Föderation gemäss den durch russische Agenturen vermittelten Bildern und Videos in ihrem Luftkrieg offensichtlich über Syrien Freifallbomben (Sprengbomben) durch die auf dem Stützpunkt Hmeimim stationierten Erdkampfflugzeuge Su-25 und Jagdbomber Su-24, sowie durch Mittelstreckenbomber Tu-22M, abwirft, sollen die USA und ihre Alliierten nur gelenkte Bomben gegen den Islamischen Staat (IS) im Irak und in Syrien einsetzen. Des Weiteren wird vermutet, dass sowohl russische wie auch syrische Kampfflugzeuge thermobare Waffen und Kassettenbomben einsetzen.

[1] Morse, St. (General Editor), Gulf Air War Debrief, Described by the pilots that fought, World Air Power Journal, Aerospace Publishing, London, and Airtime Publishing, Westport, USA, 1991, P. 220.