russischer Kampfpanzer T-72
Russischer Kampfpanzer T-72

Die Armee des Islamischen Staates (IS) ist mit verschiedenen Waffentypen ausgerüstet. Zu den schweren Waffen gehören amerikanische Kampfpanzer Abrams, russische Kampfpanzer T-72 und russische Kampfschützenpanzer BMP-1. Was die Fliegerabwehr der Armee des IS betrifft, so gehören dazu russische Flab-Maschinengewehre 12.7 mm DSchK und 14.5 mm ZPU-1/2, aber auch Flab-Einmann-Lenkwaffen SA-7 GRAIL. Zu den Panzerabwehrwaffen gehört u.a. das weltweit weit verbreitete Raketenrohr RPG-22. Zum Bereich der Artillerie dieser Armee sind die russischen Mehrfachraketenwerfer 122 mm BM-21 GRAD und die russischen Kanonen 130 mm M-46 zu erwähnen. Bei den Sturmgewehren sind sowohl die amerikanischen 5.56 mm M-16 wie auch die russischen Kalaschnikow 7.62 mm AK-47 vertreten.[1]

Diese verschiedenen Waffensysteme stammen sowohl von der irakischen wie auch von der syrischen Armee. Die Kampfpanzer Abrams hat der IS von Einheiten der irakischen Armee erbeutet, die 2014 aus dem Nordwesten des Iraks geflüchtet sind. Die russischen Panzer und Kampfschützenpanzer dagegen stammen vor allem aus dem Arsenal der Armee von Assad. Das Vorhandensein und auch der Einsatz der schweren Waffen ist ein Beweis dafür, dass die Armee des Islamischen Staates wie eine reguläre Armee ausgerüstet ist und auch so eingesetzt wird. Von einer Terrormiliz, wie sie in den europäischen Medien bezeichnet wird, kann nicht die Rede sein. Geführt wird diese Armee durch kampferprobte Kommandeure, die zum Teil ihren Beruf in der früheren Armee von Saddam Hussein erlernt und ihre Erfahrungen im Krieg gegen den Iran von 1980 bis 88 und in den beiden Kriegen gegen die USA und ihre Alliierten von 1991 und 2003 gesammelt haben.

Eine konventionelle Armee wie jene des Islamischen Staates, die in ständigen Kämpfen sowohl im Irak wie auch in Syrien im Einsatz ist, weist einen hohen Munitionsverbrauch auf. Dies bedeutet, dass der Nachschub vor allem für die schweren Waffen gesichert sein muss. Dies trifft selbstverständlich auch für den hohen Munitionsverbrauch der Sturmgewehre Kalaschnikow und M-16 zu. Wäre der Munitionsnachschub nicht gesichert, dann wäre der Islamische Staat schon längst vernichtet worden. Die Munitionslieferungen für die Waffensysteme des Islamischen Staates sichern Händler, die offenbar die Munition von den Feinden des Islamischen Staates, dazu gehören die irakische Armee und die schiitischen Milizen im Irak wie Einheiten der Armee von Assad, kaufen sollen.[2] Solange der Profit stimmt, verkaufen sowohl die Händler wie auch ihre Lieferanten die von der Armee des Islamischen Staates benötigte und geforderte Munition an Ort und Stelle.

[1] Solomon, E., Arms dealers gorge on jihadi gun-running cash, in: Financial Times, 1 December 2015, P. 4.

so auch Conflict Armament Research, Dispatch from the Field, Islamic State Weapons in Kobane, London, April 2015.

[2] Solomon, E.