Mittels der links-orientierten Doktrin responsibility to protect[1] beeinflusst die Sicherheitsberaterin Susan E. Rice die Obama-Administration die Muslimbruderschaft in den arabischen Staaten zur Macht zu verhelfen. Dieser Interventionsdrang der USA beruht auf der Überzeugung, dass nur die Muslimbruderschaft (MB) aufgrund ihrer überlegenen Organisationsstruktur[2] die arabische Welt gesellschaftlich und politisch reformieren kann. Bei der Umsetzung dieser Doktrin werden die USA durch ihren Bündnispartner Katar unterstützt, dessen Emir der Muslimbruderschaft zugeneigt ist. Allerdings sind die bisherigen Ergebnisse bei der Umsetzung dieser Doktrin nicht sehr ermutigend. Nach der Beseitigung des libyschen Diktators Gaddafi herrschen in der befreiten Stadt Bengasi nicht die Muslimbrüder, sondern al-Kaida-Ableger.

Mit ihrer Unterstützung (Ausbildung, Waffen) der Free Syrian Army haben die USA der Muslimbruderschaft auch in Syrien zur Macht verhelfen wollen. Da dieses Vorhaben am militärischen Widerstand des Assad-Regime, unterstützt durch den Iran und die Hisbollah, gescheitert ist, soll nun dieses Ziel entsprechend der Doktrin der responsibility to protect durch einen Luftschlag mit Marschflugkörpern, der 30 Tage dauern könnte, gegen die Flugplätze, die Fliegerabwehr, die Einsatzführung und die Artilleriestellungen Syriens erreicht werden.[3] Dieser Luftschlag wird zwar durch die Obama-Administration als chirurgisch bezeichnet, in Tat und Wahrheit wird er im Sinne der vor zwei Jahren entwickelten Konzeption AirSea Battle [4]massiv sein. Sowohl von Kriegsschiffen wie auch von Bombern dürften Marschflugkörpern eingesetzt werden. Ein solcher massiver, lang andauernder Luftschlag dürfte nicht nur zur Schwächung[5], sondern wird mit Sicherheit zum Zusammenbruch des Assad-Regimes führen. Diesen Zusammenbruch werden die al-Kaida-Kampfgruppen der Jabhat Nusra und al-Qaeda in Iraq in Syrien, die übrigens durch Saudi-Arabien finanziert und mit Waffen versorgt werden, wie in Libyen ausnützen und die Macht über Syrien an sich reissen wollen. Ein zweites Afghanistan mit der Taliban-Herrschaft könnte die Folge sein.

Eine weitere Folge dieses Luftschlags und des folgenden Zusammenbruchs des Assad-Regimes wird die Auslösung einer weiteren Flüchtlingswelle aus Syrien sein. Bereits jetzt sind 2 Millionen, in der Mehrheit konservative sunnitische Moslems aus dem Norden und Süden Syriens, in die Türkei und Jordanien geflohen. Der Zusammenbruch des Regimes dürfte aber zur Flucht von 2 bis 3 Millionen der Minderheiten der Alawiten, Drusen und Christen aus Syrien sein. Diese Fluchtbewegung wird sich, wie es bereits jetzt der Fall ist, über Südeuropa nach Mitteleuropa und damit auch in die Schweiz ausbreiten. Politik und Polizei werden bei der Bewältigung dieser Flüchtlingsschwemme überfordert werden.


[1] Auf dieser Doktrin beruhten auch die Luftkriege der Clinton-Administration von 1995 und 1999 gegen die Serben.

[2] Die Organisationsstruktur der MB weist viele Gemeinsamkeiten mit kommunistischen Kaderorganisationen auf. Dies könnte auch die Zuneigung linker Kreise in den USA, die einen bedeutenden Einfluss auf die Obama-Administration ausüben, zu der MB erklären.

[3] Die Hearings im Senat weisen auf eine Zustimmung des Kongresses zur Absicht von Obama hin.

[4]Die operative Konzeption AirSea Battle beruht auf dem kombinierten Einsatz von Kriegsschiffen und Langstreckenbombern und ist vor 2 Jahren als Drohung gegenüber China entwickelt, ist aber letztes Jahr für einen allfälligen Einsatz gegenüber dem Iran weiterentwickelt worden. Eine Umsetzung dieser Konzeption gegen Syrien wäre ein Test der Konzeption und gleichzeitig eine Demonstration gegenüber China und dem Iran.

[5] Wie durch Obama behauptet!

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