Vor zwei Jahren hatte mit dem Sturz des tunesischen Präsidenten der arabische Frühling begonnen. Die westliche Welt hoffte, teilweise auch beeinflusst durch die Medien, dass dieser Sturz und die nachfolgenden Unruhen in anderen arabischen Staaten zur Demokratisierung führen würden. Dabei wurde übersehen, dass nicht alle Unruhen Revolutionen sind und dass durch Revolutionen selten demokratische Regierungen gebildet werden. Während in Libyen ein Chaos herrscht, haben in Ägypten die islamischen Muslimbrüder die Macht durch eine  Wahl übernommen und in Syrien herrscht ein blutiger Krieg zwischen der Alawiten-Diktatur Assads und sunnitischen Islamisten. Der arabische Frühling hat sich in einen arabischen Winter verwandelt.

Zur gleichen Zeit ist die EU mit dem möglichen Bankrott der südeuropäischen Staaten konfrontiert. Sollten deren Wirtschaften und Gesellschaften zusammenbrechen, dann könnte  sich auch der europäische Limes in Nichts auflösen. Vor allem Mitteleuropa wäre mit einer Masse von Asyl suchenden Jugendlichen konfrontiert.

Ebenso zeichnen sich in zwei anderen Regionen Konfrontationen ab: im Persischen Golf und im westlichen Pazifik. Nach wie vor fördert das Regime in Teheran ungehindert die Entwicklung von Nuklearwaffen. Noch hofft Washington DC, das Regime der Ayatollahs durch wirtschaftliche Sanktionen in die Knie zwingen zu können. Sollte diese Strategie nicht zum Ziel führen, muss vielleicht noch in diesem Jahr mit einem Luftschlag der USA gegen die iranischen Nuklearanlagen gerechnet werden.

Im westlichen Pazifik wird die hochverschuldete Seemacht USA in zunehmendem Masse durch die Führung in Beijing herausgefordert. Die chinesische Führung beansprucht die ungehinderte Herrschaft über das gesamte südchinesische Meer. Die Umsetzung dieser Ansprüche wäre nicht nur eine Verletzung des internationalen Rechts auf die freie Schifffahrt in internationalen Gewässern, sie würde auch den Handel der amerikanischen Alliierten Japan, Süd-Korea und Philippinen durch dieses Meer gefährden und gar unterbinden. Ob die USA angesichts ihrer Schuldenlast und der Stagnation ihrer Wirtschaft langfristig ihre Hegemonialstellung im westlichen Pazifik gegenüber China werden durchsetzen können, ist zu bezweifeln.

Neben den sicherheitspolitischen Auswirkungen der geschilderten Lage sind die Industriestaaten mit weiteren Gefahren konfrontiert. Dazu gehören Terrorismus und Cyberwar. Während die USA in den letzten Jahren Erfolge bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus zu verzeichnen haben, nehmen die Aktivitäten von Cyberwar weltweit zu. Neben der Volksrepublik China und der Russischen Förderation setzen die Banden der Organisierten Kriminalität Cyberwar als Mittel für die Verfolgung ihrer kriminellen Absichten und Ziele ein.

Neben der sich abzeichnenden Verschärfung der Finanz- und Wirtschaftskrise dürften in den nächsten fünf Jahren Konflikte und Kriege weltweit zunehmen.

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