Zum gegenwärtigen Zeitpunkt stellen in dieser Region 7 Staaten geopolitische und strategische Ansprüche und betreiben dazu eine konsequente Machtpolitik!

Der Iran will seinen neuen Machtbereich, der vom westlichen Afghanistan (Herat) bis in den Libanon (Hizbollah) reicht, sichern und erhalten. Zur Stärkung des inneren Zusammenhalts des Landes betreibt Präsident Ahmadineschad an die Adresse der USA und Israels reine Polemik. Für die zukünftige Abschreckung der USA und Israels ist es denkbar, dass der Iran die Entwicklung von Nuklearwaffen vorantreibt. Dazu dienen Teheran die Kontakte zu Nordkorea. Evtl. wurde früher vom pakistanischen Khan-Ring Nukleartechnologie eingekauft. Für das Aufrechterhalten seiner Machtansprüche stützt das Regime in Teheran Assads Regime in Syrien.

Die USA dulden keine regionale Macht Iran und wollen nach wie vor die Region geostrategisch beherrschen. Der machtpolitische Einfluss des Iran soll auf seine eigentlichen Grenzen eingedämmt werden. Mit Hilfe der Alliierten in der Region und auch Frankreichs, Grossbritanniens und Deutschlands betreiben die USA eine konsequente Machtpolitik und Machtdemonstration gegen den Iran. Als Vorwand dafür dient die sogenannte nukleare Aufrüstung des Iran. Gleichzeitig wird der Krieg in Syrien durch die USA zur Schwächung der iranischen Machtstellung angeheizt.

Israel unter Netanyahu will nach wie vor die beherrschende Militär- und Nuklearmacht der Region sein und duldet keinen Rivalen. Mit Rhetorik wird der Konflikt angeheizt und auf die Obama-Administration Druck für einen Luftschlag gegen den Iran ausgeübt. Als Vorwand dafür dienen Ahmadinejads Rhetorik und das iranische Nuklearprogramm.

Die Türkei unter Erdogan will zur beherrschenden Regionalmacht werden. Dazu wird der Krieg in Syrien angeheizt. Die Achillesferse der Türkei ist die Kurdenfrage, die wiederum Teheran als Mittel einer Gegenstrategie dient.

Saudi-Arabien will keine Regionalmacht Iran. Deshalb befolgen die Wahhabiten alle Anweisungen aus Washington DC. Gleichzeitig heizt Saudi-Arabien den Krieg in Syrien an und möchte in diesem Land ein sunnitisches Regime, angeführt durch Salafisten, errichten. Die Achillesferse dieses Landes ist die schiitische Minderheit im Osten, wo sich die eigentlichen Erdölvorkommen befinden. Eine Gegenaktion gegen den Iran war die Besetzung von Bahrain, dessen Bevölkerung in der Mehrheit Schiiten sind.

Russland unterstützt aufgrund der eigenen geopolitischen und –strategischen Interessen Teheran und Syrien. Moskau will unter allen Umständen die geopolitische und -strategische Vormachtsstellung der USA in der Region schwächen. Bei der Unterstützung für Teheran ist Russland allerdings sehr vorsichtig. Bis anhin haben die Russen nicht die modernsten Fliegerabwehrwaffen an Teheran geliefert.

China unterstützt Teheran wegen seiner Nachfrage nach iranischen Erdöllieferungen und zur Schwächung der geostrategischen Vormachtsstellung der USA.

 

Fazit

Aufgrund der geopolitischen und -strategischen Ziele der USA, deren Hegemonialstellung in der Welt immer schwächer wird, der Rhetorik Netanyahus und der geopolitischen und geostrategischen Ansprüche Israels, sowie der iranischen Machtstellung und der Rhetorik Ahmadinejads muss spätestens nach den amerikanischen Wahlen mit einem Luftangriff der USA auf den Iran gerechnet werden. Dieser könnte evtl. durch einen israelischen Luftschlag begleitet sein. Durch diesen Luftschlag würde allerdings nur vorübergehend das Regime in Teheran geschwächt werden. Langfristig können die iranischen Ziele und Ansprüche nicht eingedämmt werden.