Zur Zeit wird die Lage unserer Welt durch Kriege und Konflikte bestimmt. Aufgrund der Analyse dieser Kriege und Konflikte können mögliche, zukünftige Entwicklungen und damit Szenarien der internationalen Lage entwickelt und beschrieben werden. Mit dem Beitrag “Szenario: die Implosion der Schweiz ante portas?” skizziert Prof. Dr. Albert A. Stahel eine weitere, mögliche Entwicklung der Zukunft.

Während in Syrien ein von den Saudis und den USA initiierter Krieg tobt, die USA gleichzeitig ihre Armada im Persischen Golf verstärken und gegen Syrien und den Iran Spezialeinheiten einsetzen, haben in Ägypten und in Tunesien die Islamisten der Muslimbrüder die Macht übernommen. Mit dem Krieg in Syrien wollen die USA den wachsenden geopolitischen Einfluss des Irans, der heute vom westlichen Afghanistan bis in den Libanon reicht, und der die Folge des Abzuges der USA aus dem Irak ist, zurückdämmen und gleichzeitig den Iran machtpolitisch schwächen. Sollte der durch die USA und ihre Satelliten Saudi-Arabien und Türkei propagierte Sturz des Assad-Regimes in Syrien gelingen, werden in diesem Land die radikalen Salafisten, die durch die Wahhabiten in Saudi-Arabien gefördert werden und in Feindschaft zu den Muslimbrüdern stehen, die Macht an sich reissen.

Die Herrschaft der Muslimbrüder in Ägypten könnte sehr bald durch die Salafisten, die auch in Ägypten durch Riad unterstützt werden, in Frage gestellt und deshalb bekämpft werden. Ein Machtkampf unter Islamisten könnte aber zum Zusammenbruch der Wirtschaft Ägyptens führen. Die Folge wäre, dass Ägypten womöglich nur noch die Hälfte von seinen über 80 Millionen Einwohnern versorgen und ernähren könnte. Plötzlich würden sich 20 bis 40 Millionen Ägypter auf die Wanderschaft nach Europa begeben. Dazu kämen noch zwei Millionen syrische Christen aus dem zerfallenen Syrien und vermutlich weitere zwei Millionen Menschen aus dem bankrotten Tunesien.

Während sich diese Entwicklung in absehbarer Zeit abzeichnet, dürfte die EU zu diesem Zeitpunkt immer noch mit der Euro-Krise konfrontiert sein. Bereits jetzt hat in den östlichen (Rumänien, Ungarn) und südlichen Randgebieten der EU ein Zerfallsprozess eingesetzt. Diese Situation und die Zahlungsunfähigkeit der USA dürften das Abgleiten der Weltwirtschaft in die sich jetzt schon abzeichnende Rezession noch beschleunigen.

Zuerst werden die südeuropäischen Staaten von der Massenwanderung aus Nordafrika und Syrien betroffen sein. Diese Massenwanderung dürfte die bereits geschwächten Volkswirtschaften dieser Staaten noch mehr belasten. Denkbar ist, dass insbesondere die Volkswirtschaften Spaniens und Griechenlands zusammenbrechen werden. Dagegen wird Italien, entsprechend seiner bisherigen Politik, diese Menschenschwemme nach Norden weiterleiten. Aufgrund dieser Weiterleitung könnte die Schweiz in naher Zukunft mit weiteren fünf bis zehn Millionen Nordafrikanern und  Syrern konfrontiert sein. Bereits heute ist die politische Führung in Bern mit der Bewältigung der Emigranten aus Tunesien überfordert. Erst recht wird sich Bern aufgrund der Belastung von zusätzlichen Immigranten für die Krisenbewältigung als unfähig erweisen und nicht reagieren können. Die kantonalen Polizeikorps werden nicht mehr funktionsfähig sein. Staat, Wirtschaft und Gesellschaft der Schweiz werden in der Folge kollabieren.

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